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Mysterium Frankfurt Ambika Deckname Chamäleon

 

 


 

 

 

 

Interview zu dem SoKo S Thriller Mysterium vom Mai 2016

Was war ihre Motivation den Thriller 'Mysterium' zu schreiben?

Ich liebe die Burg meiner Heimatstadt, und die Stimmungen die dieses alte Gemäuer ausstrahlt, bei Sonnenschein oder wenn der Nebel in dicken Schwaden über dem Burgweiher liegt oder gar bei Eis und Schnee. Die Burg wirkt immer anders, manchmal auch mysteriös, gerade im Nebel wenn sie nachts beleuchtet wird, oder bei Vollmond. Wir haben hier in Dreieich wirklich ein mittelalterliches Kleinod direkt von der Nase. Im Urlaub, oder beim Wochenendausflug, würden wir an so einer Burg vorbeifahren und beim Anblick  bestimmt sagen: "Wow, stark, die müssen wir uns mal ansehen." Und hier bei uns, als Einheimischer, sind wir mal ehrlich, fährt man an der Burg vorbei, oder feiert um sie herum Kerb, und denkt: "Ei ja, die Haaner Burg halt." Doch es steckt so viel in ihr, und wenn sich der Nebel über den Burgweiher senkt passieren die unglaublichsten Dinge. (lacht und klopft mit der Hand auf ihren Thriller 'Mysterium') Nein im Ernst, die Burg und auch ihre Geschichte sind schon toll und deswegen wollte ich sie mal so ein bisserl in den Mittelpunkt rücken und für sie werben! 

 

Es geht also um die Geschichte der Burg Hayn in diesem Thriller?

Nicht nur, aber wer Interesse an Geschichte und Geschichtchen hat, der ist hier schon richtig aufgehoben. Es gibt solch fesselnde Legenden, die sich um die Burg Hayn drehen, wie die von der 'Weißen Frau', also Anna von Falkenstein, oder die vom Ring der Fastrada, der Ehefrau Karls des Großen, auf den man unweigerlich stößt wenn man zur Burg recherchiert. Und dann gibt es noch mysteriöse Artefakte, ein unglaubliches Geheimnis unter der malerischen Altstadt Dreieichenhains und und und. Was davon einer belegbaren Wahrheit entspricht oder meiner Fantasie entsprungen ist, darf sich jeder Leser selbst aussuchen, wenn er sich auf die Story einlässt.

 

Mit diesem Roman gehen Sie zeitlich in eine ganz andere Richtung als bisher, da waren die Themen doch eher an der Zukunft ausgerichtet.

Stimmt, Nanotechnologie wie in 'Deckname Chamäleon' oder Biochips wie in 'Frankfurt Ambika' gab's im Mittelalter noch nicht. Aber nicht dass hier jetzt eine falsche Vorstellung aufkommt, 'Mysterium' ist kein historischer Kriminalroman. Sicher, es kommt viel Geschichtliches darin vor, aber die SoKo ermittelt schon im hier und jetzt. Allerdings hat sich Christs Truppe Mordechai von Eschersleben, den Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins, als Berater mit ins Boot geholt und der ist, was Geschichte anbelangt, ein selbstloses wandelndes Lexikon. Zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt. (lächelt verschmitzt)

 

Mordechai von Eschersleben, wie kommen Sie auf solche Namen?

Fragen Sie mich mal! (schmunzelt) Nun, ich entwickle eine Person, stelle mir vor wie sie aussieht, welche Charaktereigenschaften sie besitzt, und dann überlege ich einfach, ist das ein Horst, oder ein Hans, oder ein Schmidt oder gar ein Mordechai von Eschersleben? Das ist ja das Schöne beim Schreiben, dass man sich die tollsten Dinge oder Personen ausdenken kann und sozusagen deren Vita mit Leben erfüllen darf.  

 

Die Personen sind ihnen also wichtig?

Ja. Sehen Sie, einen Menschen macht ja nicht nur das aus, was er grade tut, sondern auch das was er schon getan hat oder vielleicht noch tun wird. Den Protagonisten in meinen Romanen geht es da nicht anders, sie entwickeln sich auch weiter. Es geht eben nicht nur darum Mord - auflösen - fertig, sondern auch um das Drumherum. So hat der SoKo-Kollege Antonio Brucati inzwischen einen Profiler-Lehrgang absolviert, was ihn noch charismatischer erscheinen lässt. Die kleinen Kabbeleien zwischen ihm und Daniel Dosske, dem Eintracht Frankfurt- und dem OFC-Fan, machen das Salz in der Suppe. Obwohl die beiden gerade überlegen, ob sie nicht Fan vom SC Hessen Dreieich werden, damit sie mal wieder auf der Seite der Gewinner jubeln können. (lacht) SoKo-Chef Thomas Christ ist seit ein paar Wochen wieder mit seiner Ex-Frau zusammen, wodurch er etwas menschlicher wirkt. SoKo-Kollegin Samira Stein verbindet inzwischen mit der Fotoreporterin Vivian Pfitz, die sie bei den Ermittlungen zum letzten Thriller kennen lernte, eine Freundschaft. Doc Wenright zeigt bei 'Mysterium' seinen wunden Punkt, als er nicht gleich hinter das Rätsel der Todesursache kommt. Das schmerzt ihn, ebenso wie ihn die gebrochenen Rippen von der Explosion bei 'Frankfurt Ambika' immer noch zwicken. In Johann Freibichlers Kneipe 'Bei Johnny' gibt's inzwischen leckere Schwarzwälder Kirsch Torte, die natürlich dem rundlichen Dosske schmeckt. Fuhrparkleiter Heinz Schäfer wird Opa. Und auch die SoKo selbst bekommt Zuwachs, mit Lars Kuhnert wird ein Spezialist für Informatik eingeführt und mit Lutz Gatzki, dem "Schleifer", der Trainer der SoKo Frauen und Männer. Von den Hauptdarstellern meiner Romane hat inzwischen jeder eine Vita, die mindestens ein DinA 4 Blatt umfasst. Auszüge aus diesen Biographien sind übrigens auch auf meiner Homepage Fritzschner.de zu finden. Die SoKo S ist also sehr lebendig. So, jetzt habe ich aber genug von meiner Truppe geschwärmt (lacht).

 

Gewidmet haben Sie dieses Buch Ihrem Schwiegersohn.

Ja, er hat viele Jahre in Dreieichenhain gelebt, was liegt da näher. Nach meinem Ehemann, dem ich ja bekanntlich 'Deckname Chamäleon' gewidmet hatte, und meiner Tochter, für die 'Frankfurt Ambika' war, hat es sich mein Schwiegersohn verdient unter meiner Schriftstellerei zu "leiden". (lacht)

 

Ist 'Mysterium' eine Fortsetzungsgeschichte von 'Frankfurt Ambika' oder 'Deckname Chamäleon'?

'Mysterium' ist eine in sich vollkommen abgeschlossene Geschichte. Man braucht die beiden anderen Thriller nicht als Vorgeschichte gelesen zu haben, auch wenn bei 'Mysterium' mal an einen der vorherigen Thriller erinnert wird. Wer aber einen der beiden vorherigen Thriller gelesen hat, wird sicherlich die eine oder andere Marotte der Protagonisten kennen und geradezu erwarten. Das hat mir die Reaktion einer Leserin gezeigt, die mich gefragt hat, wann denn der neue SoKo Roman erscheint, und auf mein 'bald' meinte: "Ist der Dosske immer noch so verfressen?" Ich werde sie nicht enttäuschen! (zeigt die Daumen-hoch-Geste)

 

Sie stehen also in Kontakt zu ihren Lesern. Wie waren die Reaktionen auf die Bücher?

Einfach toll. Wenn das nicht so gewesen wäre, hätte ich bestimmt nicht nochmal etwas veröffentlicht. Ich bin aber auch so ein bisserl von den Reaktionen überrollt worden.

 

Wie meinen Sie das?

Naja, ich hab nicht damit gerechnet, dass wirklich viele Leute ein Buch von mir lesen, geschweige denn dass jemand mich darauf anspricht. Aber wenn man dann e-mails erhält oder auf der Straße oder beim Einkaufen von jemandem angesprochen wird, der gerade eines der Bücher liest oder gelesen hat, und gar die Frage kommt wann das nächste Buch herauskommt, weil man es auch lesen will, dann ist das schon klasse; setzt einen auf der anderen Seite aber auch so ein bisserl unter Druck, den nächsten Thriller zu veröffentlichen. Aber es ist stets interessant wenn Leser mich zu den Fällen ansprechen oder über die SoKo-Charaktere reden, so als wären sie Bekannte. Das haucht meinen Protagonisten sozusagen erst richtig Leben ein, und das finde ich ganz super. Dieser Austausch ist total faszinierend, manchmal auch überraschend, auf jeden Fall aber inspirierend. So habe ich in 'Mysterium' Heinz Schäfer einen ziemlichen Platz eingeräumt. Eigentlich hatte ich ihn beim ersten Thriller als Nebenfigur entwickelt, aber seine hessische Frohnatur kam bei den Lesern unglaublich gut an und deswegen darf er diesmal ganz schön viel erleben. Und ich habe das Experiment gewagt seine Sprechpassagen in hessisch zu schreiben. Bin schon mal gespannt wie das beim Leser ankommt.

 

Sie werden weiterschreiben?

Auf jeden Fall. Ich schreibe ja schon seit der Schulzeit, und mir würde einfach etwas fehlen, wenn ich dieses Entspannungsritual nicht hätte. Nur ist das, was ich da so vor mich hin klappere, nicht immer gleich ein Roman. Bis so ein Thriller veröffentlichungsreif ist, das dauert. Allerdings wird die nächste Veröffentlichung vielleicht nicht wieder von der SoKo S handeln. Ich habe einer Freundin nämlich versprochen endlich mal einen meiner Sience Fiction Romane zu veröffentlichen. Und das überlege ich im Moment. Obwohl ich auch schon wieder einen neuen Fall für die SoKo S in den Fingern habe, der raus will (schmunzelt). Aber das ist alles auch immer eine Zeitfrage, und momentan, als Fraktionsvorsitzende der FWG, und mit all den Jobs und 'Pöstchen' die man sonst noch so hat, ist meine Zeit doch sehr knapp bemessen. Und ich möchte auf keinen Fall, dass meine Familie zu kurz kommt. Aber ein bisserl was geht immer. (seufzt) 

 

Dem Klappentext zum aktuellen Thriller ist zu entnehmen, dass die SoKo es mit einem psychopathischen Killer zu tun bekommt.

Ja, einem mit wahnhaften Vorstellungen, und ich muss zugeben, die Recherchen zu diesem Thema waren teilweise etwas bedrückend. Wenn man so manche Abhandlung liest, erschreckt es einen schon, in welche Abgründe man da blicken kann. Trotzdem hoffe ich, dass der Leser auch bei 'Mysterium' einfach ein bisserl Spaß und Spannung erlebt. Denn trotz all der aufwühlenden Geschehnisse ist die SoKo S doch die alte eingeschworene Truppe. Dosskes große Klappe und sein Schlagabtausch mit Brucati halten den Spaßfaktor hoch. Das besondere Verhältnis zwischen Stein und Brucati darf natürlich auch zwischen den Zeilen aufblitzen. SoKo-Chef Christ hat genug Freiraum für seine coole Art und seine deduktiven Schlussfolgerungen. Und wie gesagt, Schäfer darf "babbele wie ihm der Schnabel gewachse is". Also, viel Spaß beim Lesen!

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Interview zu dem SoKo S Thriller "Frankfurt Ambika" vom Dezember 2012

Was war ihre Motivation für den Thriller 'Frankfurt Ambika'?

Nach 'Deckname Chamäleon', den ich ja bekanntlich meinem Ehemann gewidmet hatte, war natürlich ein Thriller für meine Tochter fällig. Da sie als studierende Mutter nie viel Zeit hat, durfte dieser Thriller, im Gegensatz zu 'Deckname Chamäleon' (528 Seiten), nicht zu umfangreich werden. So entführe ich die Leser mit 'Frankfurt Ambika' auf 233 Seiten in die Welt der Studierenden. Genauer gesagt spielt eine Universität in Frankfurt eine gewisse Rolle in dem Gespann aus Forschung und Serienmord.

 

Baut 'Frankfurt Ambika' auf 'Deckname Chamäleon' auf?

Nein, der Thriller ist ein in sich vollkommen abgeschlossenes Werk. Man braucht 'Deckname Chamäleon' nicht als Vorgeschichte für 'Frankfurt Ambika' gelesen zu haben. Natürlich werden sich 'Deckname Chamäleon'-Leser an manchen Stellen heimisch fühlen und bei den Charakteren schmunzelnd ein 'Typisch' empfinden, was für einen 'Neuleser' aber nicht wichtig ist.

 

Wie waren die Reaktionen auf ihr erstes Buch und die Charaktere?  

Faszinierend, würde Mr. Spock sagen. (hebt eine Augenbraue) Ich fand es einfach klasse, wenn man mich auf das Buch angesprochen hat. Überrascht hat mich, dass vermutet wurde, bestimmte Charaktere im Buch wären realen Personen aus Dreieich nachempfunden. Nur um das klarzustellen, nein, und nochmals nein! Ich schreibe um vom Alltag abzuschalten, da nehme ich bestimmt nicht eine 'Nase', die ich in der realen Welt um mich habe, in die Welt der SoKo Spinnennetz mit. 

Aber zurück zu den Charakteren; da die SoKo Spinnennetz-Truppe in ihrer Besetzung damals gut ankam, wollte ich auf keinen Fall bei 'Frankfurt Ambika' auf Daniel Dosskes mitreißend lustige Art oder Antonio Brucatis verständnisvolle Einfühlungsgabe verzichten! Gerade über seinen, also Tonis Werdegang bei der GSG 9 erfährt man etwas mehr in diesem Buch. Die beliebten verbalen Kabbeleien zwischen Brucati und Dosske kommen natürlich auch nicht zu kurz. Die altbekannten Gesichter von SoKo-Chef Thomas Christ mit seinem Sean-Connery-Charme und der mit einem großen Herzen ausgestatteten Samira Stein sind natürlich auch wieder mit von der Partie. Fuhrparkleiter Schäfer, der 'Dialektgeplagte', fehlt natürlich auch nicht. In der Welt der SoKo Spinnennetz dürfen sie einfach nicht fehlen. Allerdings gibt es auch neue Gesichter, u.a. wird mit Forensiker Fynn Pfeiffer ein sehr interessanter SoKo-Beamter eingeführt. Und dass Dosske seine geliebte Pizza Nummer Fünf bei Johann Freibichler in der Kneipe 'Bei Johnny' bestellt, ist doch auch klar. (schmunzelt

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und meinen Lesern für die erquicklichen e-mails und Gespräche danken. Es ist total faszinierend zu hören wie meine Charaktere ankommen oder was in sie hineininterpretiert wird. Dieser Austausch mit den Lesern macht einfach nur Spaß. Danke!

 

In dem aktuellen Thriller spielt wohl auch die Presse eine gewisse Rolle?

Ja, ich habe kurzerhand das wöchentlich erscheinende Nachrichtenmagazin 'Der Beobachter' kreiert. Zwei Journalisten des Beobachters begeben sich auf Recherche und recherchieren sich geradewegs in die Ermittlungen der SoKo. Dabei lernt Kommissarin Stein die Fotojournalistin Pfitz kennen. Bei den beiden starken Frauen sehe ich für die Zukunft schon eine interessante freundschaftliche Verwicklung für den nächsten Fall der SoKo.

 

Diesmal dreht sich die Handlung um das Thema Human-Computer-Interaction?

Ja, Christs SoKo 'knabbert' sozusagen an einem Fall der sich unter anderem mit dem Thema HCI befasst. Eine sehr interessante Materie, speziell die Kognitionswissenschaft mit ihren zwischen Sensorik und Motorik vermittelnden, bewussten oder unbewussten Prozessen. Die Recherchen zu dem Thriller waren absolut fesselnd, nicht zuletzt weil das menschliche Gehirn so spannend ist. Dieser Supercomputer hat eine unglaubliche Speicherkapazität. Setzt man jede der vielen Verbindungen einem Computer-Bit gleich, entspricht das bis zu eintausend Terabytes, das wären mehrere hundert Millionen Bücher. Und wenn man daran drehen könnte, d.h. diesen Speicher nach Belieben anzapfen oder füttern könnte, das wäre der Hammer. 

Aber nicht nur alleine das Thema HCI wird in 'Frankfurt Ambika' angeschnitten, sondern auch die Möglichkeiten von Biochips. Ich glaube, da liegt in der Medizin ein unglaubliches Reservoire an Möglichkeiten, denkt man  z.B. an die Fähigkeit das Wachstum von Zellen oder auch die Produktion von Hormonen bis zum gewünschten Maß anzuregen, oder die Stimulierung bestimmter Hirnregionen um auf Psychopharmaka zu verzichten. 

Wie schon bei der Nanotechnologie, um die es in 'Deckname Chamäleon' ging, habe ich bei den Recherchen zu der Human-Computer-Interaction und den Biochips für 'Frankfurt Ambika' festgestellt, wie faszinierend die wissenschaftlichen und industriellen Chancen sind. Allerdings ist auch hier der Grat zwischen 'ethisch vertretbar' und 'moralisch unmöglich' wieder sehr schmal. Der Thriller zeigt dies in erschreckender Weise auf. Trotzdem hoffe ich, dass es mir auch mit 'Frankfurt Ambika' gelingt, einfach ein bisserl Spaß und Spannung beim Lesen zu erzeugen.

 

Wie ist der Titel 'Frankfurt Ambika' entstanden?

Diese beiden Worte sind der Schlüssel des Thrillers. Wenn ich das jetzt verrate, verrate ich die Lösung. Sorry.

 

Wo holen Sie sich ihre Ideen?

Ich lese leidenschaftlich gerne Wissens-Magazine, und sehe mit Vorliebe die Dokumentationen auf N24, n-tv oder PHÖNIX, darin stecken jede Menge Hinweise. Aber im Endeffekt überfallen mich die Ideen zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit, beim Autofahren, Einkaufen oder Bügeln. Ich sage immer scherzhaft, ausgearbeitet wird das Ganze dann in schlaflosen Vollmondnächten, aber leider trifft dies durchaus manchmal zu. (seufzt) Ich glaube, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, kann man an allen Ecken und Enden Ideen finden. Außerdem gebe ich zu, dass ich von Natur aus sehr neugierig bin.

 

Sind weitere Thriller geplant?

Nun, 'Wiederholungstäter' bin ich durch 'Frankfurt Ambika' ja schon, und es sieht fast so aus, als würde ich zum 'Serientäter' werden. (lacht) Ja, ich sitze schon an einem neuen Projekt, da will noch ein Thriller aus meinen Fingern, der sich mit 'mystischen Vorfällen' an einer Burgruine beschäftigt. Da muss die SoKo Spinnennetz noch mal ran. Die 'Stoffe' gehen mir nicht aus - hoffentlich?!

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Interview zu dem SoKo S Thriller "Deckname Chamäleon" vom September 2010

Was war ihre Motivation für den Thriller 'Deckname Chamäleon'?

Mit 'Deckname Chamäleon' wollte ich meinem Ehemann zum 30. Hochzeitstag mal etwas ganz Besonderes schenken. Er liest gerne dicke Wälzer, also habe ich ihm ein dickes Buch geschrieben, in dem all das vorkommt was er mag oder ihn interessiertEin Kriminalroman mit spannender Handlung; mittendrin die Atmosphäre eines Handballspiels - wo er gerne mal zuschaut; einige Protagonisten des Romans fahren tolle Autos - welcher Mann interessiert sich nicht dafür; auch das Sprendlinger Kerbteam - in dem mein Mann begeistertes Mitglied ist - findet seine Erwähnung; und er spielt gerne Golf - also kommt ein toller Platz darin vor, in Dubai, wo wir selbst noch nie waren, aber mit dem Roman kann man dort hinreisen. Deswegen sage ich ja auch immer: „Für mich ist Schreiben wie Urlaub vom Alltag, ohne die Koffer packen zu müssen.“

Aber nicht, dass man denkt, dieser Thriller, weil ich ihn für meine 'bessere Hälfte' geschrieben habe, sei nur etwas für Männer, im Gegenteil, auch Frauen können ihren Spaß haben. Daniel Dosskes mitreißend lustige Art oder Antonio Brucatis verständnisvolle Einfühlungsgabe, da kommt man schon ins Schwärmen! Die Kabbeleien zwischen den Kollegen liebe ich besonders, und Mamma Marias liebevolle Wärme und ihr leckeres italienisches Essen.

Eine Leserin meinte, sie hat sich über Fuhrparkleiter Schäfer, den Hessen mit dem starken Dialekt, köstlich amüsiert.

Ich denke, es ist für jeden etwas dabei, in der Welt der SoKo Spinnennetz, angefangen beim Sean-Connery-Charme des SoKo-Chefs Thomas Christ bis hin zum Gefühlschaos von Kommissarin Samira Stein. Die Figuren geben dem Ganzen die Würze. Natürlich bediene ich mich bei den Charakteren einiger Klischees, aber so fühlt man sich gleich heimisch.

Apropos, eine kleine Hommage an meine Heimatstadt Dreieich konnte ich mir auch nicht verkneifen.

Und die Nanotechnologie, um die es letztendlich im Roman geht, ist einfach faszinierend, das habe ich bei den Recherchen zu dem Thriller festgestellt. Ich war ganz gefesselt von den Möglichkeiten.

 

Wie kamen Sie auf den Namen 'SoKo Spinnennetz'?

Nicht ich kam auf den Namen, sondern Gründungs-Chef Thomas Christ. (lacht) Dieser Name 'Spinnennetz' soll ausdrücken wie Christ seine SoKo und sich sieht. Er versteht sich nämlich als eine lauernde, sehr gefährliche schnelle Spinne, die in der Mitte seines gut gebauten Netzes sitzt und wartet, dass die Fäden eine 'Beute' meldeten. Mit seiner SoKo will Christ die Effektivität polizeilichen Handelns vor dem Hintergrund des rasanten technischen Fortschritts sicher stellen. Es geht Christ nicht um den gewöhnlichen Ladendieb, der heute immer mehr aus den Schlagzeilen verdrängt wird, sondern um die globalisierte Kriminalität aus Terror, Menschenhandel, Drogenhandel, Autoschiebereien, Geldwäsche und der Wirtschaftskriminalität. Dieser neuen 'Qualität' der Kriminalität mit ihren immer schrecklicher werdenden Auswüchsen will er etwas Effizientes entgegensetzen. 

 

Christ ist also eine Hauptfigur in ihrem Buch?

Ja, ein Vollblutkriminalist. Der SoKo-Chef ist sozusagen ein Sicherheitsarchitekt der seine SoKo zur Abdeckung des Bedarfs an Spitzenkompetenz in der Verbrechensaufklärung und Verbrechensverhütung aufgebaut hat. Sein Konzept sieht vor, dass alle Fäden bei einem Mann zusammenlaufen, der mit ziemlich hohen Befugnissen ausgestattet ist. Direkte Entscheidungen für ein schnelles Eingreifen, ohne einen langen Behördenweg, das ist Christs Vision. Er ist ein ständiger Forderer zum Aufrüsten der Polizei, wobei es ihm nicht nur auf das Equipment ankommt, sondern auch auf eine ständige Fortbildung seiner Leute, um auf die neuen Formen der Kriminalität, die sich spezieller Eigenschaften moderner Technologien bedienen, eingehen zu können. Die Kosten, für eine solche gut ausgerüstete Abteilung wie die SoKo Spinnennetz wären natürlich immens. Der Innenminister, als oberster Dienstherr der Polizei, hätte an so einem Rebell wie Christ wahrscheinlich keine Freude was seine Forderungen anbelangt, aber bei der Aufklärungsrate der SoKo würde er sich die Hände reiben. (schmunzelt

 

Warum der Standort Dreieich für eine solche SoKo?

Nun, die SoKo befasst sich mit den 'heißen Eisen' im Rhein-Main-Gebiet. Und der Standort Dreieich ist wegen der Nähe zu Wiesbaden - zwanzig Minuten, Flughafen Frankfurt - zehn Minuten, Flugplatz Egelsbach - zehn Minuten, und Frankfurt City - fünfzehn Minuten, perfekt. Denn Christ stellt sich eine Truppe vor, die, wenn sich irgendetwas Kriminelles auch nur zaghaft andeutet, schnell vor Ort sein und übergreifend mit allen bisher alleine arbeitenden Polizeidiensten zusammenarbeiten kann, und die vor allem nicht an den Grenzen Hessens Halt macht.

 

Ein großes Ziel!

Ja, aber bei der immer schneller fortschreitenden Wissenschaft und Wirtschaft, den neuen Techniken, gerade im Hinblick auf die neuen Medien und das Internet, sind Fachleute gefragt, die mit ebenso perfekten Systemen arbeiten können wie die Hightech-Gangster des neuen Jahrtausends. Bei der vollintakten Hightech Zentrale meiner SoKo sind die Kriminalisten sogar besser organisiert und technisch versierter als die fähigsten Verbrecher. (schmunzelt) Im Roman darf Christ halt auch manchmal an und über die Grenzen des Möglichen, ja des Erlaubten, hinausgehen, eine ständige Gratwanderung, die er meisterlich beherrscht und die er auch von seiner SoKo-Truppe ausgeschöpft sehen will. Das bedingt blindes Vertrauen auf die Kollegen und deren Loyalität. Und das ist das schöne an der SoKo Spinnennetz, wo abgesehen von all den technischen Versiertheiten und der Ausbildung, immer auch noch Wert auf den zwischenmenschlichen Aspekt gelegt wird. Ach ja, eine herrliche 'SoKo-Familie'. (seufzt)

 

Warum wurde das Buch unter dem Pseudonym Chris Fritzschner veröffentlicht?

Nun, mein Mann und meine Freunde nennen mich Chris, kaum einer sagt Christel, also bin ich Chris Fritzschner.

 

Werden Sie nochmal ein Buch schreiben?

Schreiben ist nicht die Frage, ich habe schon viele Bücher geschrieben und tobe mich dabei in unterschiedlichen Sparten aus, egal ob Sciencefiction, Kriminalroman, Tierbuch oder jetzt dieser Thriller. Nur 'Deckname Chamäleon' ist das erste Buch, das ich veröffentlicht habe. Wie gesagt, eigentlich waren diese 528 Seiten als kleine Aufmerksamkeit für meinen Ehemann gedacht, aber als er das Buch gelesen hatte, hat er einen folgenschweren Satz gesprochen: „Das ist doch klasse, warum veröffentlichst Du das nicht?“ Und dann kam ein Nachsatz, den ein Mann nie zu seiner Ehefrau sagen sollte: „Sei nicht so feige!“ Welche Frau will da nicht das Gegenteil beweisen?! Also habe ich das Abenteuer der Veröffentlichung gewagt. Dabei geht es mir nicht darum mit diesem Roman den Deutschen Buchpreis zu gewinnen, das ist gar nicht meine Intention, ich will einfach ein bisserl Spaß und doch Spannung beim Lesen erzeugen. Ich lasse gerne meine Fantasie spielen und schreibe, weil ich dabei wunderbar vom Alltag abschalten und mich entspannen kann. Also weiterschreiben werde ich auf jeden Fall. Vielleicht veröffentliche ich noch mal eines meiner Bücher, kann schon sein.

 

 

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